säumen

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1säu|men ['zɔy̮mən] <tr.; hat:
a) (ein Kleidungsstück o. Ä.) mit einem Saum versehen:
ich muss den Rock noch säumen.
b) (geh.) (als Rand) umgeben, die Begrenzung (von etwas) bilden:
Sträucher und Bäume säumten die Wiese.
Syn.: begrenzen, einfassen, umgeben.
  2säu|men ['zɔy̮mən] <itr.; hat (geh. veraltend):
(mit der Ausführung von etwas) warten:
säume nicht, sonst ist es zu spät!
Syn.: zaudern, zögern.

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säu|men1 〈V. tr.; hat
1. mit einem Saum versehen (Kleidungsstück)
2. mit einem Rand, einer Einfassung, versehen (Gartenbeet)
● Bretter \säumen die Kanten roher Bretter beschneiden; Pappeln \säumen die Allee; ein leuchtender, schmaler Streifen säumt den Horizont; ein Kleid, einen Rock \säumen [frühnhd.; → Saum1]
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säu|men2 〈V. intr.; hat; geh.〉 zögern, zaudern, sich nicht entschließen können, sich aufhalten, sich verspäten, auf sich warten lassen, zurückbleiben ● säume nicht länger! 〈poet.〉 [<mhd. sumen „aufhalten, hindern, verzögern“; ahd. virsumen „versäumen“, arsumen „unterlassen“; unklare Herkunft]
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säu|men3 〈V.; hat; veraltet
I 〈V. tr.〉 mit Saumtieren befördern (Lasten)
II 〈V. intr.〉 Saumtiere führen

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1säu|men <sw. V.; hat:
1. (ein Kleidungs-, Wäschestück) mit einem Saum (1) versehen:
einen Rock s.;
das Tuch ist an zwei Seiten gesäumt.
2. (geh.) sich zu beiden Seiten von etw., rundherum um etw. befinden; sich an etw. entlang hinziehen:
Sträucher, Bäume säumen den Weg;
Tausende säumten den Weg des Rosenmontagszuges;
<oft im 2. Part.:> ein von Palmen gesäumter Platz.
2säu|men <sw. V.; hat [mhd. sūmen, H. u.] (geh. veraltend):
aus Nachlässigkeit od. Trägheit mit der Ausführung von etw. warten; sich bei etw. zu lange aufhalten:
du darfst nicht länger s.;
sie kamen, ohne zu s.;
<subst.:> sie machten sich ohne Säumen auf den Weg.

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1säu|men <sw. V.; hat: 1. (ein Kleidungs-, Wäschestück) mit einem 2Saum (1) versehen: einen Rock, eine Tischdecke s.; das Tuch ist an zwei Seiten gesäumt. 2. (geh.) sich zu beiden Seiten von etw., rundherum um etw. befinden; sich an etw. entlang hinziehen: Sträucher, Bäume säumen den Weg; Tausende säumten den Weg des Rosenmontagszuges; Jedenfalls säumte diese Stadt ... das Ufer einer stillen Bucht (Kusenberg, Mal 54); <oft im 2. Part.:> die ... Bärlappstraße ..., gesäumt von mietgünstigen Beamtenwohnblocks und Siedlungshäusern (Lentz, Muckefuck 18).
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2säu|men <sw. V.; hat (veraltet): mit Saumtieren Lasten befördern.
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3säu|men <sw. V.; hat [mhd. sūmen, H. u.] (geh.): aus Nachlässigkeit od. Trägheit mit der Ausführung von etw. warten; sich bei etw. zu lange aufhalten: du darfst nicht länger s.; sie kamen, ohne zu s.; sehr lange ... hättet ihr nicht mehr s. dürfen mit seiner Erlösung (Th. Mann, Joseph 608); <subst.:> sie machten sich ohne Säumen auf den Weg; Ü das gewöhnliche Leben, das kraftvoll und tätig dahinstreicht, säumt nicht bei Überlegungen (Musil, Mann 1 321); <auch s. + sich:> Damals säumte man sich nicht lange an der Gräbt; es waren die Herzen zu voll (Gotthelf, Spinne 117); Noch einen Grund, sich nicht zu s., darf ich nicht schweigen (Wieland, Gandalin 1794 f.).

Universal-Lexikon. 2012.

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  • säumen — ¹säumen 1. einfassen, umsäumen; (bayr., österr.): endeln; (Schneiderei): einsäumen. 2. begrenzen, einfassen, einrahmen, einsäumen, umgeben, umgrenzen, umrahmen; (geh.): umsäumen; (veraltet): besäumen. ²säumen [ab]warten, zaudern, sich Zeit lassen …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • säumen — V. (Aufbaustufe) ein Kleidungsstück mit einem Saum versehen Synonyme: umsäumen, einsäumen Beispiel: Sie hat ein ausgefranstes Laken neu gesäumt. säumen V. (Aufbaustufe) mit einer Handlung oder Entscheidung zögern, sich aufhalten Synonyme: sich… …   Extremes Deutsch

  • Säumen — Säumen, ein Stück Zeug an dem Rande, wo es keine Salleiste hat, doppelt einschlagen u. mit Vorderstichen zusammennähen, einen Saum machen …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Säumen — Säumen, Baumstämme und Bretter durch Sägen oder Hauen mit dem Beil von der Rindenseite befreien …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Säumen (2) — 2. Säumen, verb. reg. welches in einer doppelten Gestalt üblich ist. 1. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, langsam in einer Bewegung oder in einer Handlung seyn, und in engerer Bedeutung fehlerhaft langsam seyn, langsam seyn, da man eilen …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • säumen — säu·men1; säumte, hat gesäumt; [Vt] 1 <Menschen / Dinge> säumen etwas viele Menschen / Dinge stehen in Reihen am Rand einer Fläche oder einer Straße: Bäume säumen den Fluss; Viele Menschen säumten den Weg des Festzuges 2 etwas säumen an… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Säumen (1) — 1. Säumen, verb. reg. act. von 3 Saum, der umgebogene Rand, mit einem solchen Saume versehen, am häufigsten bey den Nähterinnen, den Rand eines Zeuges umschlagen und fest nähen, damit es sich nicht ausfase. Ein Schnupftuch säumen. Nieders.… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Säumen — 1. Ohne Säumen fliegt die Zeit immer nach der Ewigkeit. – Hertz, 58. Uhreninschrift in der Schweiz. 2. Säumen thut kein gut. Lat.: Dispendiosa est cunctatio. (Columella.) (Philippi, I, 122.) …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • säumen — säumen1 Vsw Saum1. säumen2 (meist versäumen, auch saumen) Vsw zögern std. (9. Jh.), mhd. sūmen, soumen, ahd. (fir)sūmen, mndd. sumen Stammwort. Die Ausgangsbedeutung von ahd. firsūmen ist vernachlässigen , was unter einem Ansatz (ig.) * sewə zu… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • säumen — 1säumen 1↑ Saum. 2säumen »zögern«: Das seit mhd. Zeit gebräuchliche einfache Verb (mhd. sūmen), das früher auch transitiv im Sinne von »aufhalten, abhalten, hindern, hemmen« verwendet wurde, ist unbekannten Ursprungs. Älter bezeugt als das… …   Das Herkunftswörterbuch

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